Montag, 12. Oktober 2009

Thats it, thats all...last days in Canada

Die Regenwolke sind wir leider nicht wirklich los geworden bzw. sie hat uns wieder eingeholt, so fuhren wir an der Küste der Gaspé Halbinsel entlang und liessen uns beregnen. Ziel war eigentlich der Forillon National Park bzw. Percé mit seinem Roche Percé. Die Straße und die kleinen Örtchen an der Küste waren teilweise sehr idyllisch, allerdings hing der Nebel an manchen Streckenabschnitten ziemlich tief, so dass man kaum 50 Meter weit sehen konnte. Wir erwischten uns immer wieder dabei, wie wir das Meer mit unseren Augen absuchten in der Erwartung noch eine Walflosse ausfindig machen zu können, aber dies geschah nicht mehr. Der Sankt-Lorenz-Strom ist schon vor Kilometern in den gleichnamigen Golfstrom gemündet, der wesentlich größer und breiter ist. Wir genossen die Fahrt trotzdem und verabschiedeten uns schon mal so langsam von unserem erlebnisreichen Urlaub. In Percé legten wir noch einmal einen kurzen Stopp ein, um den besagten Felsen aus der Ferne zu begutachten. Es gibt hier so viel zu sehen aber leider muss man teilweise auch viele Kilometer zurück legen, so dass 12 Tage einfach zu kurz sind um wirklich alles auszukosten, aber so bleibt auch noch genügend für einen weiteren Besuch in Kanada übrig. Wir hätten gern eine Kanutour im Algonquin Park oder einem anderen unternommen inklusive Backcountry Camping und allem was dazu gehört, aber das Wetter und die verbleibende Zeit haben dieses Rennen leider gewonnen. So setzten wir uns in Percé wieder ins Auto und versuchten noch einige der verbleibenden knapp 1000 km bis Montreal hinter uns zubringen. Als es dem Sonnenuntergang entgegen ging, hörte der Regen auch langsam auf, na prima wenigstens etwas und so blieb die Hoffnung das es morgen auch noch so beständig bleiben würde. Kurz vorm Zufallen der Augen kehrten wir in das nächstbeste Motel ein, leider gab es kein Zimmer was uns gefiel bzw. nur noch eines mit getrennten kleinen Betten, so lehnten wir dankend ab und fuhren noch ein paar Kilometer weiter bis wir wirklich nicht mehr konnten und kamen dann auch irgendwo unter. Am Nächsten Morgen wachten wir mit Sonnenaufgang überm Meer auf, welches von unserem Balkon zu sehen war. Nach einem kurzen Frühstück und einem kleinen Spaziergang am Strand, nahmen wir die restlichen 800 km in Angriff. Dies hört sich erst einmal nicht allzu viel an, jedoch muss man bedenken, dass auf Kanada´s Straßen ein Tempolimit gilt. Auf der Autobahn darf an wenigen Stellen maximal 110 km / h gefahren werden, üblich sind 100 km/h. Auf den Landstraßen ähnlichen Verbindungen, die hier im Osten den Großteil der Straßen ausmachen gilt lediglich 70 - 90 km/h. So sind wir nach wenigen Stopps, einigen Fahrerwechseln und den guten Tim Hortons Donuts am Abend in Montreal angekommen und sind so im gesamten Urlaub ca. 3800 km gefahren sein. Nachdem wir in dem Hotel, in dem wir auch die erste Nacht verbracht hatten, ein 30 Dollar teureres Zimmer genommen haben und feststellen mussten, das es in Montreal kein Hardrock Cafe mehr gibt, aßen wir noch einen gute Nacht Burger und schauen uns jetzt mit schlechten Gewissen den Film „Supersize me“ an. ;-) Morgen früh werden wir unsere Koffer noch ein letzes Mal packen und dann geht der Flieger am späten Nachmittag.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Wir wollen so gerne Fähre fahren. Nehmt uns bitte mit…

Nachdem wir heute aus unserem Hotel mit der königlichen Balkonsuite ausgecheckt sind :o), machten wir uns auf den Weg weiter nordöstlich von Tadoussac in Richtung der Côte Nord, also die Nordküste. Die Route führte an der Küste entlang durch hügelige und nur dünn besiedelte Regionen. Auf dieser Strecke boten sich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf den St.-Lorenz Strom, wo wir immer wieder unsere Blicke übers Wasser schweifen ließen, um vielleicht doch irgendwo eine Flosse oder Finne eine Wals zu sehen, aber leider wechselten sich dichter Nebel und Nieselregen ab und man konnte nicht soweit gucken. Wir planten im Örtchen Bergronnes einen kleinen Abstecher zum Cap de Bon-Désir zu machen; einem steilen Kap von dem man ausgezeichnet Wale, Robben und Vögel beobachten können soll. Dieses Ziel haben wir nicht explizit in unser Navi eingegeben, weil so schwer kann das ja nicht sein! Also sind wir beim Örtchen Bergronnes von unserer Route abgewichen und durch die Dorf Straßen gefahren, bis wir an einem kleinen Wanderweg vorbei kamen mit einer Beschilderung zum Cap de Bon-Désir. Na also :o), das war ja ganz einfach. Wir haben das Auto geparkt und sind den kleinen Trampelpfad gefolgt, die Küste war durch den Wald auch schon gut zu sehen und so sind wir da munter weiter gestiefelt… Nach ca. einer halben Stunde hatten wir das Kap immer noch nicht erblickt und der Weg führte auch immer wieder mal nach links, anstatt nach rechts zur Küste hin… es nieselte weiterhin stark und der Weg wurde immer schroffer und vor allem matschiger! Ich mit Handtäschchen und Stiefeln war super für diese Gegebenheiten gekleidet! „Ja, merde!“, haben wir uns gedacht, „das kann doch nicht richtig sein, da muss man doch mit dem Auto auch hinkommen und wieso ist der olle Weg so lang!“ Wir liefen aber trotzdem noch gute 15 Minuten weiter, weil wir immer hofften „Ja, aber nach der NÄCHSTEN Kurve sind wir bestimmt da!!“ Pustekuchen! Wir wussten, dass wir den blöden langen Weg auch wieder zurück laufen müssten, also haben wir es wirklich irgendwann aufgegeben und legten den :Rückwärtsgang ein. ;-) Als wir zwischendurch einmal die Küste sehen konnten, sind mitten durch den Wald abgebogen und haben uns einen eigenen Weg zu Küste gesucht, da es wirklich nicht weit war. Was für ne Matschepampe… Das Kap war den Felsen aus dann aber trotzdem nicht zu sehen. Es war gerade sowieso Ebbe angesagt und bis man hier einen Wal oder sonstiges sehen könnte, müsste man wirklich Kilometer weiter weg schauen und dafür war das Wetter einfach zu schlecht. Tja, das war ja wohl total die Pleite. Irgendwann hatten wir auch wieder das Auto erreicht und haben unsere Route wieder aufgenommen und sind zurück auf die Hauptstraße. Keine 500 Meter weiter stand auf einmal ein riesengroßes Schild mit was drauf??? Dreimal könnt ihr raten! Der Cap de- Bon Désire Parkplatz und Besucherzentrum. *argh* Naja, da es aber Eintritt kostete und das Wetter / Ebbe etc. nicht so dolle waren, haben wir es auch dabei belassen und sind auf unserer Route weitergefahren. Wir wollten, nachdem wir genug an der Küste entlang gefahren sind, von Baie-Comeau die 2,5 Stündige Fähre zur Halbinsel Gaspé nehmen, um von dort unsere Reise zurück nach Montreal anzutreten. Laut unserem Reiseführer fuhr diese Fähre nur 1-2 Mal am Tag und ist reservierungspflichtig. Es war mittlerweile schon 16 Uhr und eine Reservierung hatten wir natürlich auch nicht, also standen die Chancen nicht so gut, aber wir wollten es dennoch probieren. Hätten wir die Fähre nicht bekommen, so hätten wir die heutigen 250 km bis Tadoussac zurückfahren müssen und dann auch weiterhin die Strecke genommen, die wir bereits über Quebec gefahren sind nach Montreal (geschätzte 700 km). In Baei-Comeau angekommen gab‘s wieder mehr Zivilisation, denn mit ca. 23.000 Einwohnern (Population steht immer am Ortseingang) ist das die größte Stadt der Côte Nord mit den 2 größten Wasserkraftanlagen der Welt.
Während René im Navi nach dem Fähranleger suchte, sprang ich bei Tim Hortons rein, um uns ein paar leckere Donuts zu kaufen. Die Verkäuferin konnte leider gar kein Englisch… „Merde!“, dachte ich schon wieder mal… wir erkläre ich der Madame denn jetzt, was ich haben will… Was zum Teufel heißt ein 6er-Pack Donuts auf Französisch? ;-) Naja, six Bleignes, oder so ähnlich verständigte ich mich und bekam auch die Sorten, die ich haben wollte. In der Zwischenzeit hatte sich René in der Umgebung umgeschaut und ein Einkaufscenter ausfindig gemacht, indem es einen Sportladen geben sollte… Juhu, da musste ich rein. Vielleicht würde es meine Regenjacke dort ja geben. Gesagt, getan: Wir spazierten darein und da leuchtete mir schon die Reklame der North Face Abteilung entgegen. Zielstrebig ging ich zum Regal, wo ich mein Lieblingsmodell schon in allen möglichen Farben hängen sah und da war sie auch, meine schwarze Jacke und sogar gleich in der richtigen Größe gegriffen. Yippieee, ich klemmte sie mir gleich unter’m Arm und wir schauten uns noch etwas um… die hatten auch so viele Burton Klamotten da und da konnte ich es mir nicht nehmen lassen einen super schnuckeligen Burton Zip Hoodie und eine passende Mütze dazu zu kaufen. An der Kasse redete man wieder nur Französisch und die Madame à la casse zeigte mir einen französischen Reklame Prospekt ihres Ladens, indem es einen 50$ Gutschein gibt, wenn man eine Winterjacke oder –Hose ab einem bestimmten Preis kauft. :o) So habe ich mit dem Kauf meiner Jacke tatsächlich den 50$ Gutschein bekommen und konnte den für den Einkauf meines Hoodies und der Mütze gleich nutzen, was für ein Schnäppchen!!! :-D Überglücklich schlenderten wir aber auch schnell wieder raus aus dem Einkaufscenter, damit ich nicht noch mehr kaufe… ;)
Ca. 20 km weiter waren wir dann am Fähranleger und schauten auf die Abfahrtstafeln, die anzeigten, dass die Fähre um 14 + 20 Uhr ablegten und samstags nur einmal um 17 Uhr ablegen. Wir musste also die am heutigen Abend bekommen, weil wir mit der Samstag-Fähre erst gegen Abends auf der Gaspé Halbinsel wären und die 1400 km von dort nach Montreal bis Montagmorgen nicht mehr schaffen würden. Wir gingen also an die Kasse und ein netter Monsieur erklärte uns, das an diesem Fähranleger derzeit Wartungsarbeiten durchgeführt werden und es nur noch die Möglichkeit gibt ca. 55 km weiter zu fahren nach Godbout, wo es einen zweiten Fähranlieger gibt, der heute um 20 Uhr nach Matane/Gaspé ablegt. Auf die Frage, ob wir bei ihm Ticket kaufen könnten, da wir keine Reservierung haben, beantwortete er uns damit, dass die Fähre heute dort bereits voll ausgebucht ist, es aber eine kleine Chance gibt, da es dort die Schlange 3 gibt für PKWs ohne Reservierung und das einige dieser PKWs mitfahren können, wenn die Fähre doch nicht voll wird oder die Einweiser auf der Fähre die Autos so stapeln, dass noch etwas Platz ist. Es war nun schon 17 Uhr und die Zeit drängte… also haben wir unser Navi neu eingestellt und sind Richtung Gobbout aufgebrochen. Mit einem Affenzahn sind wir über die hügeligen, teilweise sehr schlechten Straßen gebrettert; haben die Max-Geschwindigkeit von 90Kmh für Landstraßen leicht überschritten und auch alle potenziellen Schlange 3 Kandidaten überholt… ;)
Dort angekommen reihten wir uns in der besagten Schlange an, wo bereits 4 PKWs vor uns standen. :o( Und ab jetzt hiess es abwarten bis die Fähre aus Matane anlegte… Man sagte uns, dass wir gegen 19:30 Uhr bescheid bekommen würden, ob man mitkäme oder nicht… Wir bangten die ganze Zeit lang und versuchten die Zeit mit sinnlosen Gesprächen auf unseren Camcorder tot zu schlagen (à la René + Thomas bei der Panne vom Edersee). ;-) Oh, das wäre so ärgerlich gewesen, wenn wir nicht hätten mitfahren können… Es regnet in der Zeit sehr heftig und wir blieben die Zeit über im Auto. Alle anderen Schlangen (mit Reservierung) füllten sich nach und nach mit allem möglichen Zeugs: PKWs, Pickups und riesen große LKWs, mal mit und mal ohne Ladung. „Wie zum Teufel sollten die denn alle auf diese Fähre passen?“, fragten wir uns. Nach ca. 1,5 Stunden kam die Fähre dann auch, sie war riesig und es dauerte auch ca. gute 20 Minuten, bis alle dort geladenen PKWs und LKWs aus dem Bauch des Schiffes fuhren. In der Zeit sahen wir einige Einweiser, die die Fahrzeuge in den Schlangen zählten und plötzlich klopfte es dann an unserem Fenster und einer der Einweiser sagte uns, das wir sehr gute Chancen haben mitzukommen und drückte uns einen Zettel auf dem ein PKW und 2 Personen eingestanzt waren in die Hand, den wir an Board an der Kasse abgeben müssten, um unsere Tickets zu bezahlen. Jiipiiiee, wir freuten uns und fuhren ca. 15 Minuten später auch in den Bauch des gigantisch großen Schiffes, in dem schon alle anderen LKWs und PKWs verschwunden waren. An Board kamen wir uns wie auf einer Mini -Kreuzfahrt vor: Es gab ein Restaurant, Imbiss, Kinder „Beschäftigung“-Räume, kleiner Kinosaal mit Zug bzw. Flugzeug-Sitzen mit einer französisch-sprechenden Sandra Bullock auf dem großen LCD Fernseher und natürlich die riesigen unteren Decks, auf denen die ganzen Auto aufeinander gestapelt waren. *g*

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Für Whale Watching viel Geld bezahlen? Ich bin doch nicht blöd ;-)

Denn es geht auch vom Balkon aus, zumindest von unserem, wie sich heute heraus gestellt hat. Insofern hat sich die Investition in das -vorm Urlaub bei Mediamarkt im Angebot beworbene Fernglas für 12 Euro- wirklich bezahlt gemacht. Direkt nach dem Aufstehen sind wir runter, gegenüber der Rezeption war ein weiterer Tresen, an dem einer der vielen lokalen Whale-Watching Tour Anbieter hier seine Dienste anbot. Kurz informiert, haben wir direkt 2 Plätze um 13:30 Uhr auf einem Schiff des Anbieters Dufour gebucht. Um 13:00 Uhr sollte uns der Transferbus abholen. So haben wir noch ein paar Dollar Rabatt bekommen und lediglich 57 CAD statt 62 CAD gezahlt. Nachdem wir dann noch das komische Frühstück hinter uns gebracht haben, denn es war wirklich nicht so toll, wie man es von einem 4 Sterne Hotel erwarten würde, machten wir uns auf den Weg in Richtung Hafen. Wir haben uns dort die Zodiacs angesehen mit denen man auch einen Whale Watching Trip hätte machen können. Zodiacs sind Schlauchbote mit Aussenbordmotor und Holzfußboden und es finden ca. 25 Personen darin Platz, aber letztendlich waren wir ganz froh über das gebuchte Angebot in einem größeren Boot mit 3 Decks und schlenderten weiter. Auf dem Rückweg zum Hotel gegen 11:00 Uhr machten wir kurz in einem überdachten Pavillon direkt an der Strandpromenade halt und setzten uns, um uns die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen. Ich holte das oben bereits erwähnte Fernglas heraus und schaute so übers Wasser um mal zu sehen, wie stark es denn vergrößert usw. und als ich so über das ruhige Meer in der Bucht observierte, konnte ich kaum glauben was ich sah: Unweit des Kai´s am Hafen tauchte der erste Rücken mit einer kleinen Finne auf. Zu welcher Walart dieser Genosse gehörte, weiß ich nicht, aber er tauchte immer wieder auf bzw. es könnten auch mehrere gewesen sein, die sich in unserer Bucht tummelten. Zurück im Hotelzimmer machte ich es mir mit dem Fernglas auf unserem schnuckeligen Balkon gemütlich und versaute den anderen Touristen das Bild vom Hotel. Denn anstatt dieses prachtvolle Bauwerk aus dem Jahre 1942 in voller Schönheit abzulichten, haben jetzt einige von Ihnen (zumindest die, die heute Vormittag bei wundervollen Sonnenschein ein Foto geschossen haben) einen Typen mit einem Fernglas mitten auf Ihrem schönen Architekturfoto. Damit verbrachte ich dann den Rest des Vormittags, während Jasmin relaxte und sich im Internet nach der aktuellen Wetterlage erkundigte. Gegen 13:00 Uhr machten wir uns dann fertig, zogen 10 Schichten Klamotten an, um auf unserem 3 Stunden Trip nicht zu frieren und gingen runter zur Rezeption, wo uns der Shuttle-Bus dann abholte. Bis dies dann geschah, rannte ich noch dreimal nach oben, weil uns immer wieder Dinge einfielen, die wir vergessen hatten. So verging die Zeit auch schneller und der Bus brachte uns dann zum Hafen. Bis heute morgen fand ich es ziemlich zweifelhaft wirklich Wale zu Gesicht zu bekommen, obwohl im Sankt Lorenz Strom vom weißen Beluga bis hin zum Blauwal einiges zu finden ist; man solche Bilder jedoch lediglich aus dem Fernsehen kennt. Die Wale kommen im Frühjahr und fressen sich das ganze Jahr über hier in der Mündung des Sankt Lorenz Stroms satt, bis die meisten von ihnen im Laufe des Oktobers zurück in den Atlantik verschwinden. Der Sankt Lorenz Strom ist einer der besten Hotspot´s zur Walbeobachtung weltweit, wie nicht nur unser Beispiel vom Hotelbalkon beweist. Die Wale finden hier optimale Bedingungen und ausreichend Futter. Schon nach wenigen hundert Metern Bootsfahrt konnten wir die ersten weißen Belugawale sehen, teilweise mit, teilweise ohne Nachwuchs, dann kam erst einmal eine ganze Zeit lang gar nichts mehr in unserer Nähe. Die Bootstour wurde von einer jungen Frau moderiert, die uns immer wieder auf die Tiere aufmerksam machte, auch wenn sie teilweise nur in der Ferne auszumachen waren. So hetzten die Leute von einer Seite des Bootes auf die andere und von Heck zum Bug, um den besten Ausblick zu bekommen. Laut Ansage der Walfrau, wusste der Kapitän wo die ganz großen Tierchen zu finden sind und so waren wir voller Erwartungen. Plötzlich war sie ganz aus dem Häuschen und so recht konnte es wohl niemand nachvollziehen, bis wir selbst die riesige Fontäne sahen, als der Wal an die Oberfläche kam. Es handelte sich um einen Blauwal, das größte auf der Welt lebende Säugetier. Das war ziemlich beeindruckend und der Respekt stieg weiterhin, als und die Walfrau erzählte, dass der Blauwal um einiges größer (bis zu 30 Meter) war als unser Boot und das war schon nicht klein. So ein possierliches Tierchen bringt ausgewachsen zwischen 120 und 150 Tonnen auf die Wage und verspeist pro Tag 5 Tonnen Krill. Ob er mit 3 Mahlzeiten am Tag auskommt wissen wir nicht, aber wenn der den Schnabel aufmacht dann passt da schon einiges rein und so kann er wohl ein paar hundert Kilo wegatmen. Sein Herz ist übrigens so groß wie ein Auto und da war er wieder der Autovergleich, wie schon im IMAX als sich herausstellte, dass der Kino Projektor auch so groß wie ein Auto war. Da wir in Nordamerika sind und hier unter 3 Liter Hubraum gar nichts geht, reden die also nicht von einem Smart, sondern eher von einem Mittelklasse SUV, wenn die von Auto sprechen. Die Vorstellung ist schon ziemlich crazy. Leider hatte der bzw. die Blauwale die wir gesehen haben keine Lust aus dem Wasser zu springen oder uns ihrer Schwanzflossen zu zeigen, so mussten wir uns auf die Informationen der Walfrau bzw. die Form der Finne verlassen an denen man ganz gut erkennen kann, um welche Art Wal es sich handelt. Aber das Erlebnis allein war schon ziemlich toll; auch ohne dokumetarfilmreifen Sprung. Wir machten uns langsam auf den Rückweg und kurz vor unserer Bucht ging es wieder los. In größerer Entfernung sah man Meterhohe Fontänen aus dem Wasser sprühen und wieder tauchten 4-5, dieses Mal Minkwale auf, die gerade dinierten. Diese schossen teilweise mit dem Kopf aus dem Wasser und man bekam eine ungefähre Vorstellung über ihre tatsächliche Größe, denn lediglich die Finne im Wasser sieht noch nicht sehr spektakulär aus. Wobei es mit den Walen ungefähr wie mit den Eisbergen ist, die nur zu einem Drittel aus dem Wasser ragen und sich der massige Rest unter der Wasseroberfläche befindet. Meiner persönlichen Meinung nach sieht man in den meisten Fällen nur die Finne und die restlichen (Blauwal also noch 29) Meter sind unter Wasser. Ziemlich unheimliche aber auch faszinierende Vorstellung. Das Schaupiel der Minkwale nahm kein Ende, aber wir mussten leider zurück in den Hafen. Wir waren total überwältigt von diesem Ausflug und würden ihn jederzeit wiederholen, da man diese Riesen nicht so einfach zu Gesicht bekommt und das ein unheimlich tolles Erlebnis ist. Der Bus brachte uns wieder zum Hotel und mit diesem Bericht endet wieder einer dieser wundervollen Urlaubstage.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Au revoir Quebec, bienvenue Tadoussac

Heute haben wir leider schon das tolle französische Städtchen Quebec verlassen mit seinem vielen kleinen Straßen, Cafés, Restaurants und gelben Laternen, die mir am Abend so gut gefallen haben. Es fiel mir auch schwer mich von unserem romantischen Hotelzimmer zu verabschieden, dass so gut zu dieser Stadt gepasst hatte. Aber ich wusste ja was wir als nächstes zu erleben hoffen und von daher ging ich sowohl mit einem traurigen als auch lachenden Auge. :) Wir haben uns also auf dem Weg gemacht den Sankt-Lorenz Strom aufwärts zu fahren zum Städtchen Tadoussac. Wir haben unser Navi darauf eingestellt Autobahnen zu meiden und so sind wir übers Land vorbei an hiesige Wäldern in den buntesten Herbstfarben und vielen kleinen wunderschönen Dörfern mit den typischen kanadischen Holzhäusern. Der Blick auf die Weite des Sankt Lorenz Stroms ließ die Gedanken schweifen und man konnte trotz der langen Autofahrt und der viel gefahrenen Kilometern sehr gut entspannen. René und ich waren gestern in Quebec in einem North Face Geschäft, wo ich mich nach einer dicken Regenjacke umgeschaut hatte, da ich zum Einen noch gar keine habe und zum Anderen gut eine gebrauchen könnte für den bevorstehenden Ausflug auf dem Wasser. Ich hatte auch schon die richtige gefunden, allerdings habe ich sie zunächst in der Farbe Orange anprobiert. Eine andere Frau hatte ebenfalls ein Auge auf dieses Modell geworfen und die Jacke in schwarz bereits vorm Spiegel angezogen. So kam es tatsächlich dazu, das als auch ich mich für die schwarze Jacke entschied, sie in meiner Größe nicht mehr da war. Die gute Frau hatte sie mir just vor der Nase „weg“gekauft. :( Naja, ich habe mich dann entschieden, anstatt eine Kompromiss Jacke zu kaufen einfach auf dem Weg nach Tadoussac bei anderen Outfittern vorbei zu schauen. Und das taten wir heute dann auch: Auf dem Weg nach Tadoussac kamen wir an einem Outfitter vorbei, der North Face auf dem Schaufenster kleben hatte und so legte René ne Vollbremsung hin und machte `nen großen Schlenker auf den weiten Vorplatz des Geschäftes, wo noch kleinere Tante Emma Läden und Schnellrestaurants angesiedelt waren. Schon aus dem Auto heraus fielen mir 4 Pickups auf, teilweise mit offenen Anhängern hinten dran, wo komische Tierbeine samt Hufen raus ragten…Einen Moment lang überlegte ich was das denn sein könnte und ob das wirklich echte Tierbeine sein könnten… „Nein, oder?“, dachte ich. „Kann gar nicht sein…“ „Was ist das??“, schoss mir durch den Kopf. Es ließ mir keine Ruhe und so sprach ich René drauf an und zeigte ihm die 4 Autos mit der komischen Beladung. Ich stieg aus dem Auto aus und auf dem Weg zum Outfitter ging ich vorsichtig an den Anhängern vorbei. Die Hufen, die aus den Pickups herausragten und so widerlich am Wagen festgebunden waren, gehörten Elchen, die getötet und bereits aufgeschnitten und ausgeweidet waren. :'(( Ich konnte meinen Augen nicht glauben… diese wunderschönen und so süßen Tiere lagen tot auf dem Anhänger, auf dem Rücken mit verdrehten Beinen und aufgeschnitten. Wie kann man nur solch anmutige Tiere jagen? Ich wollte so gerne einen Elch in der freien Wildnis Kanadas an einem See zu Augen bekommen, der gerade ein bisschen Wasser daraus schlabbert. Stattdessen liegen sie tot auf dem Anhänger… Jetzt kann ich sagen, ich habe die berühmtesten Tiere Kanadas gesehen: Waschbären, Füchse, Bären und Elche… Nur habe ich 50% von denen entweder tot auf der Straße liegen sehen oder getötet durch irgendwelche Jäger… *schnief* Naja, wenigstens war der Bär quick lebendig! ;)
Kurz vor unserem heutigen Ziel mussten wir mit einer Fähre nach Tadoussac übersetzen, da ein Fjord das Festland voneinander trennte. Also fuhren wir mit dem Auto auf die Fähre samt vielen anderen Autos und sogar großen LKW’s und waren innerhalb weniger Minuten auf der anderen Seite des Fjords. Es regnet mal wieder wie aus Kübeln und sah am Himmel auch lange nicht danach aus, dass es aufhören würde. Und Tadoussac ist eine sehr kleine Stadt, die so erstmal nicht viel zu bieten hat bei solch einem Wetter, also überlegten wir kurz in welches Motel wir gehen würden und schauten in unseren Reiseführer, was der denn so rät… Schnell entschieden wir uns dafür, dass wir für 2 Tage hier bleiben müssen, da das Wetter für den Whale-watching Trip zu wünschen übrig ließ. Im Reiseführer waren einige Hotels erwähnt, aber alle recht teuer aufgrund der Nähe zur Küste. Das wohl markanteste Gebäude der Stadt sollte das „Hotel Tadoussac“ sein mit seiner weißen Fassade und knallroten Dach. Und das haben wir ganz schnell gefunden, da es wirklich kaum zu übersehen war…
Wir haben uns kurz angeguckt und uns gedacht, bevor wir so ein gammliges Hotelzimmer nehmen, in denen wir die ganzen 2 Tage wegen des Regens verbringen müssen, dann quartieren uns lieber in das besten Hotel der Stadt ein und haben ein gutes Zimmer… *g* Fragen kostet ja nichts… So sind wir also ins Hotel an die Rezeption. Die großen Fenster in der Lobby boten eine fantastische Sicht auf das Wasser und den Hafen, in denen die ganzen Boote der Whale-watchting Tour Anbieter liegen. Wenn wir aber in so ein teures Hotel gehen, dass sollte es auch ein Zimmer mit Meerblick sein! Wenn schon, denn schon… Schließlich ist das ja auch mehr oder weniger als Abschluss unseres Urlaubes gedacht. Der Rezeptionist schrieb uns 3 Preise auf seinem Zettel auf und zeigte uns den: Der erste Preis war für das Zimmer mit Meerblick ohne alles, der zweite mit Meerblick inklusive Frühstück und der dritte mit Meerblick und Halbpension… Puuh, Meerblick und Halbpension gleich 180 Dollar mehr… ne, das musste nicht sein, aber der Preis für das Zimmer mit Meerblick war ganz akzeptabel und so haben wir ihm mitgeteilt, dass wir das gerne haben möchten…
„Okay“, sagte er, nahm unsere Daten auf und dann fing er an in die Tasten seines Computers zu hauen…. Auf Mal bekam er einen hochroten Kopf und ganz große Augen. Scheinbar stimmte irgendwie was nicht und es war ihm äußert unangenehm und er schwafelte irgendwas davon: „Sie kriegen ihr Zimmer trotzdem…“ ...Oder so ähnlich und überreichte uns den Schlüssel für Zimmer 333. Ziemlich verwundert über sein komisches Verhalten nahmen wir den Fahrstuhl und gingen auf unser Zimmer. Als wir die Tür öffneten, stockte mir der Atem. Der Blick auf das Meer war wundervoll. Wir hatten sogar eine Terrasse. Als ich dabei war das Zimmer näher zu inspizieren und René derweil auf die Terrasse ging, brach er in großem Gelächter aus… „Häh, was ist denn los?“, fragte ich und ging raus zu ihm auf den Balkon. „Hier, schau mal, wir haben das einzige Zimmer mit eigener Terrasse auf der Wasserseite und unser Zimmer befindet sich genau in der Mitte des Hotels…..“ :)))))
Schnell stellten wir fest, dass wir also das wirklich beste Zimmer mit Meerblick bekommen hatten und verstanden wohl auch das Räuspern des Herrn an der Rezeption bei der Zimmervergabe, da er uns wohl einen zu niedrigen Preis veranschlagt hat… Hihiii… Was für ein tolles Gefühl. Wir haben uns schick gemacht und sitzen nun einem der vielen gemütlichen Sofas in der Lobby mit Meerblick und ich schreibe hier meinen Bericht… Da es schon zu dunkel ist für ein Foto des Hotels, ist hier ein Bild von der Webseite unseres Hotels mit unserem Hotelzimmer! ;) Nach dem urigen Cottage Erlebnis mit Jil und Leslie ist das genau das richtige…. :-D Und vor allem das völlige Gegenteil…! So long, passt auf euch auf und wir gehen uns morgen von den Walen fressen lassen, aber davor spielt mir René noch „pour Elise“ auf dem Klavier in der Lobby.

Eure Jasi

Québec, everybody is speaking french

Nachdem wir gestern in Québec angekommen sind, haben wir uns entschieden, ein Hotelzimmer möglichst nahe dem historischen Stadtkern zu nehmen und uns dort für 2 Tage einzuquartieren. Dies ist uns gelungen und so sind wir nicht ganz billig, aber letztendlich zu einem guten Preis– / Leistungsverhältnis, noch innerhalb der sehr gut und komplett begehbaren Stadtmauern von Québec untergekommen. Am frühen Abend haben wir uns noch einmal kurz auf den Weg gemacht, die Umgebung zu erkunden, um den morgigen Tag voll nutzen zu können und schon eine wenig Orientierung zu haben. So sind wir heute Morgen direkt zum Frühstück, in einem nahe gelegenen und zu unserem Hotel gehörendem Restaurant. Unser Gutschein für´s Frühstück beinhaltete lediglich das Basic Menü mit einem Kaffe, einem kleinen Glas Orangensaft und einem Muffin. Alternativ dazu konnten wir uns den Gutschein in Höhe von 4 $ auf jedes andere Frühstück anrechnen lassen und auf Empfehlung der Bedienung hin, taten wir dies dann auch. So bekamen wir ein riesiges Omlette mit Zwiebeln und gebratenen Würstchen drin, 2 Scheiben Toast, klein gewürfelten und angebratenen Kartoffeln, etwas Obst, einen Orangensaft und den obligatorischen Kaffee. Für den allgemeinen Europäer wahrscheinlich etwas gewöhnungsbedürftig für ein Frühstück, aber es schmeckte wirklich super und war nicht zu vergleichen mit dem 6 $ Frühstück bei den Niagara Fällen, welches zum Teil ähnlich war, nur eben nicht so hochwertig zubereitet. Neben dem Frühstück bzw. im Anschluss daran, hatten wir genügend Zeit unseren Tag zu planen und uns im Reiseführer darüber zu informieren, was man in Quebec gesehen haben muss. Los ging es über die bereits erwähnte Stadtmauer zur Zitadelle, in der noch heute eine Einheit der Armee stationiert ist, weiter zum Hotel Chateau Frontenac, welches an ein riesiges mittelalterliches englisches Schloss erinnert und hier wohl das außergewöhnlichste Gebäude und das meist fotografierte Hotel der Welt ist. Dort angekommen nahmen wir den Funiculaire, eine Art diagonaler Fahrstuhl der uns in die Unterstadt brachte. Über die „Rue du Petit Champlain“ schlendernd, bahnte sich unser Weg durch das Bassville entlang der Cafés, Boutiquen und Souvenirshops. Auch die Fähre nach Lévis haben wir nicht ausgelassen, um von der Wasserseite aus einen wundervollen Ausblick auf die Stadt zu erhaschen. Das komische am Bundesstaat Québec und auch dessen gleichnamigen Hauptstadt ist, dass die französischen Wurzeln hier nicht zu übersehen sind. Sei es durch die Strassennamen à la Rue de Jardin oder die Bezeichnung der Stadtteile Bassville, Hautville usw.Egal wohin man auch geht, die Ansprache erfolgt zuerst auf Französisch. Je nachdem welche Sprache man wählt bzw. ob man dann zur Begrüßung Bonjour oder Hi bzw. Hello sagt, wird dann blitzschnell die Sprache gewechselt, ohne das man den Eindruck hat, dass eine von beiden schlechter gesprochen wird und in den meisten Fällen ist das Englisch auch komplett frei von jeglichem französischen Akzenten. Dies finde ich ziemlich beeindruckend, da meine persönlichen Erfahrungen in Frankreich eher die waren, dass der Franzose ganz allgemein gern Französisch spricht und dies auch von seinem Gegenüber erwartet und dies in einer Art und Weise, wie ich sie eher als unhöflich empfand. So sind die Kulturen verschieden, wir in Nord-Amerika und nicht in Frankreich und die Leichtigkeit der Zweisprachigkeit ist für mich absolut faszinierend. Man sollte halt offen durch die Welt gehen, nicht auf Vorurteilen beruhen und Äpfeln mit Birnen, oder vielmehr Franzosen mit Kanadiern vergleichen. Dies alles steht in krassem Gegensatz zum Bundestaat Ontario, welcher weitaus mehr US – amerikanischer wirkt. Ob man von dem einen in den andern Bundestaat gefahren ist, merkt man unter anderem daran, dass auf den Stoppschildern nicht mehr „Arret“ sondern Stop steht und auch weitere Verkehrsschilder französisch- bzw. englischsprachig sind. Zum Abschluss des Tages sind wir am Abend, bewaffnet mit Kamera und Stativ, noch einige Orte abgelaufen, um Fotos zu schießen. Nun schmerzen die Füße mächtig, aber dafür haben wir wohl das Ungleichgewicht im Kalorienhaushalt durch das Abendessen bei Mc Donalds gestern wieder ausgeglichen. Morgen werden wir dann nach Tadousac aufbrechen. Geplant ist, dort einen Whale – Watching Trip zu machen, da im Sankt-Lorenz-Strom diverse Walarten teilweise vorübergehend (Blauwal), aber auch ganzjährig, wie z.B. der Beluga Wal ihr Zuhause haben. Nun bin ich wieder einmal ziemlich müde… und wünsche eine gute Nacht oder einen guten Morgen.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Jusqu'à présent nous passâmes quelques belles journées ensemble...et voilà:

Get the flash player here: http://www.adobe.com/flashplayer

Montag, 5. Oktober 2009

Der Algonquin Nationalpark und der Bär!

Die Nacht in unserem gefühlten -10° C kalten Cottage haben wir Gott sei Dank gut überstanden!
Die Befürchtungen, dass der verrückte Leslie oder die abgedrehte Jill aus dem Wald uns in der Nacht ins Cottage springen würden, haben sich auch Gott sei Dank nicht bewahrheitet. *g* Zu meinem Erstaunen haben wir dort am längsten geschlafen. Das mag aber wohl an unseren kuscheligen Schlafsäcken gelegen haben oder vielleicht aber auch an dem Gute Nacht Baileys des Vorabends. ;) Da wir der tierliebenden Jill für die Übernachtung noch 20 Dollar schuldeten, machte sich René mit unserem Ford Escape auf dem Weg zum nächsten Tante Emma Laden an der Straße, um am ATM Automaten Geld zu ziehen. Leider war dieser aber kaputt und so fuhr er noch weitere 10 km auf der Suche nach einem anderen Automaten in dem kleinen Dorf mit einer Straße. Aber als auch da nichts zu finden war, kam er wieder zurück. Ich hatte in der Zwischenzeit wieder alle Taschen gepackt und wartete auf ihn.
Wir beratschlagten uns, was wir nun machen würden und sind rüber zu Jills Haus, an dessen Tür allerdings ein Schild hing, dass sie erst in einer Stunde wieder zurück sei. Also haben wir uns entschlossen, dass René nochmal in den 18 km entfernten Ort zurück fährt, an dem wir gestern bereits vorbeigefahren waren und ich die Wartezeit dazu nutzen könnte unseren Blogbericht über die wirklich lahmarschige WLAN Verbindung hochzuladen. Da es in unserem Häuschen nachwievor sehr kalt war, setzte ich mich gleich nach draußen auf unsere Terrasse und genoss die schöne Aussicht auf die tollen Herbstfarben der Bäume, die ringsum um uns waren. Gute 45 Minuten später kam René dann auch endlich wieder; wir schmissen den 20 Dollarschein in Jills Briefkasten, packten unsere Koffer ins Auto und düsten endlich los in Richtung des Algonquin Parks. Schon auf dem Weg dort hin bot sich uns eine atemberaubende Aussicht auf die umliegenden Wälder, die in allen Farben rot, gelb und orange schimmerten.
Genauso stellt man sich Kanada vor, riesige dicht bewachsene Wälder mit Tannen und Ahorn Bäumen und vielen tolle Flüsse und Seen, die immer wieder mal unseren Weg kreuzen. Am Eingang des Algonquin Parks haben wir uns den Tagespass für 15 Dollar gekauft und bekamen damit auch die Parkzeitung, in der alle wichtigen Informationen zum Park standen. Wir stöberten kurz darin, haben uns ein bischen über die Belehrungen zum Umgang mit den wilden Tieren des Parks lustig gemacht, da wir bis dato davon ausgingen, dass wir eh keine sehen werden, so wie wir bereits in den Staaten vergebens darauf gewartet hatten und entschlossen uns kurzer Hand die kleineren Wander Trails in Angriff zu nehmen. 
Nach dem ersten Trail haben wir aber schon gemerkt, dass die besten Farben nicht unbedingt auf den Wanderwegen zu finden sind, also sind wir immer wieder mal dort angehalten, wo uns nach war und haben uns zu Fuß einen eigenen Weg durch Wald und Wiese gesucht die tolle Landschaft und das Farbenschauspiel zu entdecken. So sind wir z.B. an einem der vielen Seen vorbei spaziert und haben dort einen riesigen Biberdamm gefunden… echt Toll, was diese Tiere mit ihren Mäulern und „Pfoten“ bauen können. Es regnete zwischendurch immer wieder mal sehr heftig, so kehrten wir gegen Nachmittag in ein Restaurant des Parks ein und aßen die leckeren „Housemade“ Burger. Die geplante Kanutour haben wir leider abgesagt, da sie buchstäblich ins Wasser gefallen ist, dabei wäre das ganze Spektakel vom Wasser aus mit Sicherheit noch viel reizvoller gewesen… aber vielleicht klappt es ja noch in den nächsten Tagen in einem anderen Nationalpark.
Als wir nach einem weiteren Spaziergang durch die Wälder wieder zurück am Auto waren und damit gerade den Parkplatz verlassen wollten, sprang mir tatsächlich in etwa 80 Meter Entfernung ein dicker schwarzer Wollknäul ins Auge. Total verdutzt schrie ich: „Ein Bär, ein Bär, da ist ein Bär, halt sofort an!!!“ René, deutlich irritiert, der gar nicht verstand, was ich von ihm wollte oder gar glaubte, ich würde mit ihm scherzen, zögerte eine Weile, bis es auch bei ihm Klick gemacht hatte, nachdem sein Blick meinem Zeigefinger folgte und auch er das dicke, schwarze Ding dort sah. Nach einer kurzen Besinnungs-Sekunde hechtete ich auf den Rücksitz, um nach meiner Kamera zu greifen und René griff nach seinem Camcorder. :) Schwupps, dann haben wir schnell das Schiebedach geöffnet und vorsichtig den Kopf rausgestreckt, um die Linse auf den Bären zu halten. Dieser war wiederum sowas von beschäftigt um den Restmüll Container, der dort stand, herumzulaufen und nach was Essbaren rum zu schnuppern, dass er sich von unseren Eskapaden hat gar nicht stören lassen. Total aufgeregt und zappelig versuchte ich meine Kamera auf den Bären scharf zu stellen… auf sowas war ich doch nicht vorbereitet (!) und mir fehlte natürlich die nötige Lässigkeit dafür…
2-3 Schnappschüsse weiter entschied er sich dann doch weiter zu ziehen und verschwand wieder durch die Wälder… Ohhhh, der war soooo süüüüß! :) Den hätte ich so gerne mit nachhause genommen zum Kuscheln. Und so gerne hätte ich ihm auch ein Stückchen Wurst vom 7Eleven Supermarkt gegeben… *g* Total begeistert darüber, dass ich endlich den ersten Bären in freier Wildbahn sehen durfte, zogen auch wir weiter mit einem wachsamen Auge auf den Straßenrand, ob noch weitere wilde Tiere zu sehen waren! …Aber außer einem Fuchs, der über die Straße lief und zahlreiche (leider tote) Waschbären und einem weiteren Fuchs, der bereits tot auf der Straße lag und ausgerechnet ICH (!) noch rübergefahren bin, da ich ihn zu spät gesehen hatte :'( und für den weiteren Abend zu Tode betrübt und total traurig darüber war, haben wir am weiteren Abend nicht noch mehr gesehen. Im Navi war Quebec City als nächstes Ziel eingegeben -auf ca. halber Strecke in Montreal- haben wir unsere Reise unterbrochen, da es mittlerweile schon 23:30 Uhr war und schon lange Zeit für die Betti…